"Mütter prägen uns, auch wenn wir es nicht wollen, sie nisten sich in unseren Köpfen und Herzen ein, flüstern uns zu, schimpfen, trösten, tun es auch noch, wenn sie verstorben sind, tun es selbst dann, wenn wir sie nicht oder kaum kannten“, schreibt Lena Gorelik. Ihr jüngster Roman “Alle meine Mütter”, 2026 im Rowohlt Verlag erschienen, erzählt von einer besonderen, oft lebenslang komplexen Beziehung und auch davon, welche Mütter wir selbst zu sein versuchen. Wie wir manchmal scheitern, zweifeln, stolpern. Welche Ängste uns begleiten. Was uns bindet und prägt, was uns abhält. Was es heißt, ungewollt Mutter oder nicht Mutter zu sein, ein Kind anzunehmen, zu verlieren oder nicht loslassen zu können. Tiefste Liebe, Zweifel, ganz verschiedene Formen von Glück – in der ersten Bindung unseres Lebens tritt der ganze Kosmos menschlicher Beziehungen zutage.
Geboren wurde Lena Gorelik 1981 in St. Petersburg/RUS, kam 1992 mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland, studierte Journalistik und Osteuropastudien in München. Als Autorin und Essayistin erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Heinrich-Mann-Preis für Essayistik (2024) und den Preis der Literaturhäuser (2026). Veröffentlichungen u.a.: Lieber Mischa du bist ein Jude (Graf 2011), Wer wir sind (Rowohlt 2021), Ich schreibe, weil ich, glaube ich, bin. Poetikvorlesung (Verbrecher Verlag 2024).
Lesung im Literaturhaus am 17.06.2026 um 19:00 Uhr in Kooperation mit dem Institut für Slawistik
Moderation: Univ.-Prof. Dr. Tatjana Petzer